Brustkrebs ist bei uns die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Auch Männer können einen Brustkrebs entwickeln; dies ist jedoch eher selten. Erfreulicherweise geht die Sterblichkeit an Brustkrebs seit Jahren zurück. Dies ist zum einen das Ergebnis einer verbesserten Früherkennung, zum anderen die Folge wirksamerer Behandlungsformen. Dieser ermutigende Trend unterstreicht die Bedeutung einer verbesserten Aufklärung der Frauen über die Erkrankung ebenso wie die Notwendigkeit der stetigen Qualitätsverbesserung in der medizinischen Versorgung.
Die häufigsten Brustkrebserkrankungen gehen von den Drüsenläppchen und den Milchgängen der Brust aus. Die Drüsenläppchen der Brust produzieren die Milch, die Milchgänge stellen das Gangsystem dar, in dem die Milch zu den Öffnungen der Brustwarze transportiert wird. Karzinome, die sich von den Milchgängen ableiten, nennt man duktale Karzinome (75% aller Mammakarzinome). Ist ein Brustkrebs in den Drüsenläppchen entstanden, nennt man ihn lobuläres Karzinom.
Für alle Mammakarzinome ist entscheidend, ob sich ihr Wachstum noch auf den Komplex aus Drüsenläppchen und Milchgängen beschränkt (so genannte in-situ-Karzinome) oder bereits die Umgebung mit erfasst hat (so genannte invasive Karzinome). Diese Unterscheidung ist sowohl für die Prognose als auch für die Therapie wichtig, da in-situ-Karzinome noch keine Zellen in den Körper der Frau gestreut haben können. Die häufigste Form eines in-situ-Karzinoms ist das DCIS (Ductales carcinoma in-situ).
Eine besonders tückische Form des Brustkrebses ist das inflammatorische
Mammakarzinom. Es geht einher mit einer Rötung und Schwellung der Haut,
hervorgerufen durch einen Tumorzellbefall. Dieser schnell wachsende
Brustkrebs kann daher leicht mit einer Entzündung verwechselt werden.
Eine spezielle Form des In-situ-Karzinomes stellt der Morbus Paget dar. Hier geht das Karzinom von den Milchgängen der Brustwarze aus. Dieses kann wie eine Wunde an der Brustwarze erscheinen und daher leicht fälschlicherweise als harmlos eingeschätzt werden.
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