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Es gibt viele Motive: die Möglichkeit, mit einer innovativen Substanz behandelt zu werden, der Wunsch, die Medizin weiter zu bringen, und viele mehr. Manchmal erscheint eine Studienteilname auch der einzig aussichtsreiche Weg. Daneben gibt es sogenannte nicht-interventionelle Studien, bei denen die Teilnahme die Behandlung nicht beeinflusst, sondern nur Rahmenumstände wie etwa Nebenwirkungen untersucht werden. Hier ist der Entschluss zur Teilnahme oft einfach.
Versuchskaninchen klingt willkürlich, und in dem Sinne sind Sie es nicht. Die Durchführung klinischer Studien am Menschen ist ausgesprochen stark reglementiert, da kann nicht jeder einfach etwas ausprobieren. Jede Studie muss genehmigt werden, braucht erfahrenes Personal, hat ein strenges Protokoll und vieles mehr. Leses Sie bitte hierzu die Ausführungen im Kapitel Studien. Richtig ist aber auch, dass man bei einer Studie nicht bereits vorher weiß, was herauskommen wird. In so fern nehmen Sie schon an einem Versuch teil - aber an einem sehr stark überwachtem Versuch.
Nein. Eine interventionelle Studie untersucht eine bisher nicht beantwortete Fragestellung. Daher kann die Teilnahme nicht immer eine Verbesserung bedeuten. Therapieergebnisse innerhalb und außerhalb von Studien sind auch kaum vergleichbar, da viele Ein- und Ausschlußkriterien dazu führen, dass die Patientinnengruppen nicht vergleichbar sind. Letztlich hängt es aus der Patientinnensicht sehr vom Einzelfall ab.
Jede Studie hat einen hauptverantwortlichen Arzt, den Sie am Zentrum ansprechen können. Alternativ können Sie den Kontakt auch über Ihren Behandler oder über den Brustzentrumsleiter herstellen.
Das Brustzentrum Kiel-Mitte an der Park-Klink ist Mitglied im Onkokolleg, einem fachübergreifenden Verbund von großen onkologischen Einrichtungen mit Sitz in Hamburg. Aufgabe des Onkokollegs ist die Organisation hochwertiger Studien an den einzelnen Standorten.
Eine Study-Nurse ist eine speziell geschulte Krankenschwester, die Ihnen als Studienteilnehmerin als kontinuierliche Ansprechpartnerin am Zentrum zur Verfügung steht.
Es ist möglich, dass eine experimentelle Therapie im Rahmen einer Studie mit einer verringerten Wirkung oder unerwarteten Nebenwirkungen verbunden ist. Daher ist es unumgänglich, im Rahmen einer Studie das Protokoll genau einzuhalten und bei unerwarteten Ereignissen eng mit dem Zentrum zusammenzuarbeiten.
Im Rahmen einer NIS wird nicht eine experimentelle Therapie untersucht, sondern es stehen Begleitumstände einer etablierten Behandlung im Fokus. So kann zum Beispiel betrachtet werden, welche Faktoren die Wirksamkeit beeinflussen, welche Nebenwirkungen im Alltag auftreten oder wie hoch die Akzeptanz einer Therapie im Alltag ist. Im Rahmen einer NIS wird die Patientin nicht experimentell behandelt. Es werden nur zusätzliche Daten erhoben und meist anonym an ein Zentrum übermittelt.
Versorgungsforschung ist ein sehr moderner Ansatz im Bereich medizinischer Studien. In der Regel im Rahmen einer NIS wird untersucht, welche Effekte die Umsetzung von Ergebnissen, die im Rahmen stark reglementierter Studien erhoben wurden, im Alltag haben. Besondere Beachtung finden dabei die Patientinnenzufriedenheit, die Compliance, der medizinische Vorteil für die Patientin im Alltag und die Kosten für das Gesundheitssystem.
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