Die Fernmetastasierung

Eine Brustkrebserkrankung muss bereits bei Erstdiagnose als Erkrankung des gesamten Körpers angesehen werden. Um bereits frühzeitig in den Körper gestreute Tumorzellen zu behandeln werden heute fast immer adjuvante Tumortherapien durchgeführt. Gelingt es nicht, auf diesem Weg die Erkrankung vollständig zu beseitigen können aus verbliebenen Zellen Metastasen (Tochtergeschwülste)  entstehen. Warum sich eine Tumorzelle „entscheidet“, plötzlich zu wachsen, und warum sie sich wo ansiedelt ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Was wir aber wissen ist, dass sich Brustkrebszellen bevorzugt in bestimmten Organen zu Metastasen entwickeln. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass es sich unabhängig vom betroffenen Organ immer noch um Brustkrebsgewebe handelt und somit auch so behandelt werden muss.

Typische Metastasenlokalisationen bei Brustkrebs sind die Organe Lunge, Leber und Knochen, aber auch die Nebennieren und das Gehirn. Bei der Behandlung ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, dass sich die Krebserkrankung jetzt in einem chronischen Stadium befindet. Fälle von Heilung sind beschrieben, aber mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln meist kein realistisches Therapieziel. Vielmehr geht es darum, der Patientin über eine lange Zeit eine gute Lebensqualität und ein normales Leben zu ermöglichen. Und wer weiß, welche Möglichkeiten die Medizin in ein paar Jahren bietet?

Die Basis der Behandlung von Metastasen bildet in der Regel eine medikamentöse Therapie, da sie den ganzen Körper behandelt. Da oft sehr lang therapiert wird kommen bevorzugt möglichst verträgliche Therapieformen zum Einsatz, etwa antihormonelle Therapien, gezielte Tumortherapien oder Chemotherapien mit günstigem Nebenwirkungsprofil. Nur bei akuter Bedrohung muss man auf aggressivere Behandlungsformen zurückgreifen. Neben der systemischen Therapie kommt aber auch der Bestrahlung etwa von Knochen- oder Hirnmetastasen oder ja nach Situation eine chirurgische Entfernung einer Metastase in Betracht. Und natürlich ist es für den Krankheitsverlauf von großer Bedeutung, psychoonkologische und sozialmedizinische Aspekte in die Behandlung zu integrieren.

Für die Patientin ist es von herausragender Wichtigkeit, dass basierend auf einem vertrauensvollen Verhältnis zum gynäkologischen Onkologen ausgewogen alle Möglichkeiten der Therapie ihrer individuellen Bedeutung entsprechend und zum richtigen Zeitpunkt in das Gesamtkonzept integriert werden.


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