Würde, Mitgefühl und Respekt

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt …“ (GG § 1). Diese Verpflichtung betrifft uns alle! Die Würde ist nicht allgemein definiert, sondern ist verknüpft mit den Wertevorstellungen der sich ständig wandelnden Zeiten. Würde bezieht sich auf  das Mensch sein an sich. Würde bedeutet z.B. Autonomie; d.h.: Selbständigkeit, Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit.
Inwieweit ist die Autonomie des Einzelnen bei schwerer Erkrankung noch gewährleistet? Oder: Beeinflussen Fachleute, Familie, Freunde oder andere Personen die Weichenstellungen des weiteren Lebens? Sicherlich ist dies bei jedem Menschen anders ausgeprägt, abhängig von der Ich-Stärke, der Persönlichkeitsstruktur, den Ängsten und den bisherigen Lebenserfahrungen. Hiermit eng verknüpft ist die Übernahme eigener Verantwortung und das „Ja“ zu den Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen.

Viele Menschen verwechseln  Mitgefühl mit Mitleid. In diesem Zusammenhang sprechen wir von der Empathiefähigkeit des Personenkreises, der den erkrankten Menschen umgibt. Es bedeutet, sich in die Lage eines anderen einzufühlen, um sich vorübergehend mit der Person zu identifizieren. Dies bewirkt ein besseres Verständnis und verhindert, die Dinge besser wissen zu wollen, als die betroffene Person. Der Umgang miteinander (das betrifft wiederum Fachleute, Familie, Freunde u.a. Personen) kann dadurch harmonisiert und Missverständnissen kann vorgebeugt werden. Das erlebte Mitgefühl wirkt sich stärkend und stabilisierend z. B. auf die Krankheitsverarbeitung aus.

Was bedeutet Respekt? Immer wieder wird von respektvollem Umgang miteinander gesprochen. Was bedeutet das? Jeder Mensch möchte respektiert werden. Das bedeutet in der engsten Definition: Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Achtung und Ehrerbietung. Für den
Umgang mit einem schwer erkrankten Menschen heißt dies, dass das Umfeld des Erkrankten Menschen (Fachleute, Familie, Freunde u.a. Personen) sich in seiner Beurteilung zurücknimmt. Solange es nicht zu unterlassener Hilfestellung kommt, sind die Entscheidungen des Patienten zu respektieren.



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