31.03.2014

Unser Brustzentrum in der Presse: Schonende Operationsmethoden bei Brustkrebs

Lesen Sie hier unseren Artikel aus der Gesundheitswesen 03/2014 der Kieler Nachrichten


„Abkehr von der Radikal-OP zur individuellen, tumorangepassten Brustoperation“

Bis in die 80iger Jahre ging man bei Brustkrebs von einer überwiegend lokalen Erkrankung aus, welche man durch möglichst hohe operative Radikalität heilen könne. Dieses Dogma der Supraradikalität wurde in den letzten Jahrzehnten und insbesondere in den letzten Jahren durch zunehmende Erkenntnisse in der Tumorbiologie und deren Genetik abgelöst, sodass wir heute nicht mehr von dem Brustkrebs sprechen können, sondern vielmehr eine große Vielfalt unterschiedlicher Erkrankungssituationen haben. Diese verschiedenen Brustkrebsformen bedürfen entsprechender differenzierter Vorgehensweisen und somit individueller tumorangepasster Therapien. Einhergehend mit den unterschiedlichen zielgerichteten medikamentösen und  strahlentherapeutischen Vorgehensweisen haben sich erfreulicherweise in den letzten Jahren auch im Bereich des operativen Vorgehens zunehmend individuelle, tumoradaptierte brusterhaltende Operationskonzepte entwickelt und durchgesetzt.

„Brusterhaltende Operationskonzepte heute Standard“

War früher die radikale Brustentfernung mit gleichzeitiger Entfernung der Lymphknoten aus der Achsel üblich, so ist heute die Brusterhaltende Operation in den meisten Fällen möglich. In der Park-Klinik in Kiel werden so nahezu 80% der Brustkrebs-Patientinnen brusterhaltend operiert. Auch die radikale Lymphknotenentfernung mit dem Risiko des Armlymphödems ist heute nur noch selten notwendig. Standard ist hier die Entfernung der sogenannten Wächterlymphknoten geworden. Meist 1-3 Lymphknoten aus dem direkten Lymphabflußgebiet des Brustkrebses. In ausgewählten Fällen geht jetzt schon die Überlegung hin, auch auf die Entfernung dieser Lymphknoten verzichten zu können.

Ohne auf onkologische Sicherheit verzichten zu wollen ist bei zunehmender Individualisierung der Brustoperation den Brustoperateuren der Park-Klink auch der ästethisch-rekonstruktive  Aspekt bei der Brusterhaltung wichtig. So ist es immer Ziel den nach Entfernung des Tumorknotens entstanden Gewebedefekte durch unterschiedliche Verschiebeplastiken so aufzufüllen, dass eine ästhetisch wohlgeformte Brustform verbleibt.

„Wandel hin zur Sofortrekonstruktion bei notwendiger Entfernung der Brust“

Auch bei notwendiger Entfernung der Brust hat in der onkoplastischen, rekonstruktiven Brustchirurgie ein Wandel zu mehr Individualität stattgefunden ohne auf onkologische Sicherheit verzichten zu müssen.
Wurde früher bei einer Brustentfernung immer auch der gesamte Hautmantel mit Brustwarze entfernt, so geht die Entwicklung heute zunehmend zu sogenannten „Hautsparenden und Brustwarzensparenden Brustoperationen“. Hierbei wird  nach wie vor der gesamte Drüsenkörper unter der Haut entfernt, jedoch erlaubt die Möglichkeit des (Teil-)Erhalt des Hautmantels den Brustoperateuren sofort in gleicher Sitzung die Brust zum Beispiel durch die Einlage eines Implantates wiederherzustellen.

„Trend zur Implantatrekonstruktion durch Entwicklung sogenannter gewebeersetzender und –unterstützender Materialen“

Bei der Brustrekonstruktion mittels Implantat ist es wichtig die druckempfindliche Haut durch ein Interponat vor dem Brustimplantat zu schützen. Dies gelingt hervorragend durch die Einlage der Brustprothese unter den Brustmuskel. Allerdings bedeckt der Muskel das Implantat nur zu etwa 2/3, der seitliche und untere Prothesenbereich bleibt ohne muskuläre Abdeckung. Durch die Entwicklung sogenannter zellfreier Hautmatrices (ADM`s) und gewebeunterstützender titanisierter Netze, die an den Brustmuskel angeheftet werden, kann somit problemlos die fehlende untere und seitliche Abdeckung des Implantates gewährleistet werden und somit ein sehr gutes plastisch-ästhetisches Ergebnis erreicht werden.

Im Gegensatz zu den Rekonstruktionsverfahren mit Eigengewebe ist die Brustrekonstruktion mit Implantaten deutlich schneller durchführbar, der operative Aufwand geringer und somit für die Patientinnen auch deutlich weniger belastend. Darüber hinaus fallen bei der Implantatrekonstruktion keine zusätzlichen operativen Narben auf Grund der sogenannten Hebedefekte, wie sie bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe notwendig sind, an. Die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie(AGO) rät deshalb auch in der Erstsituation zu implantatgestützten Brustrekonstruktionsverfahren.

„Positiver Effekt der Brustrekonstruktion auf die Krebsverarbeitung“

Erfahrungen der Mitarbeiter des Brustzentrums Kiel-Mitte an der Park-Klinik mit betroffenen Patientinnen weisen, wie auch wissenschaftliche Erkenntnisse der Psychoonkologie, immer wieder daraufhin, dass eine mit der Brustentfernung einhergehende sofortige Rekonstruktion der Brust auch mit einem positiven Effekt auf die individuelle Krebsverarbeitung verbunden ist.

Brustzentrum Kiel-Mitte an der Park-Klinik
Prüner Gang 7
24103 Kiel
Tel.: 0431-97413

Hier können Sie den Artikel als pdf downloaden: GW_02_2014




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